Chronik  
    über die Urheimat Pilzweg  
   

 


Die Schwefelwasserquelle in Pilzweg ist urkundlich bereits von den alten Römern während
ihrer Niederlassung in Vindelicien benutzt worden. Die daselbst entstandene Siedelung ist
unter dem Namen „Pylishweg“ das Mittelalter hindurch bekannt.
Ob und inwieweit diese Namensbezeichnung mit dem aus der Oberpfalz stammenden,
uralten Adelsgeschlecht der „Pilzweger“ zusammenhängt, ist ungeklärt. Es besteht jedoch
die Vermutung, dass sich Pylishweg um eine ursprüngliche Liegenschaft dieses
Adelsgeschlechts handeln könnte.
Aus dem alten Geschlecht der Pilzweger soll im 16. Jahrhundert ein Teil von der Oberpfalz
nach Böhmen übergesiedelt sein. Ob sich von dem zurückgebliebenen Zweig in der
Oberpfalz noch etwas erhalten hat, ist für jeden Fall nicht erwiesen.
Gegen Ende des 8. Jahrhunderts kam das Gelände von Pylishweg nebst anderen
Liegschaften (Phalesane = Pfalsau) mit Genehmigung Karls des Großen zum Hochstift
Passau. Hier verblieb es bis zum Jahre 1277, in dem es zu Allerheiligen mit den Gehöften
Ediweg, Walmberg, Wimpassing und dergleichen an den Magister der Domschule Passau
für seine Stiftung Kloster Fürstenzell verkauft wurde.
Im 16. Jahrhundert war Pylishweg zum Kloster Vornbach grundbar. Von diesem wurde es
am 4. April 1615 im Leibgedinge an Simon Mooser von Hafering bei Höhenstadt überwiesen.
Da sich nach damaligem Landrecht der Name eines Hofes auf den jeweiligen Besitzer
übertrug, so musste Simon Mooser mit dem Hofe Pilzweg auch dessen Namen übernehmen.
Simon Mooser ist daher als der Urahne der heute noch vorhandenen Familien dieses
Namens anzusehen.
Pilzweg galt ursprünglich gleich der Mehrzahl der übrigen Höfe als ein Viertelhof. Als solcher
umfasste er einen Grundbesitz von einem „mansus“ = ungefähr 70 Tagwerk, soviel Grund,
dass eine Familie darauf ihr Auskommen finden konnte.
Die Leibgedingschaft des ersten Simon, dessen Geburts-, Verehelichungs- und Sterbedaten
leider nicht feststellbar sind, fiel in die Zeit des dreißigjährigen Krieges, und wird daher wohl
eine Periode der Unruhe und Bedrängnis gewesen sein.
( Nach Pfarrer Joseph Hausl, z. Zt. Benefiziat in Höhenstadt, korrespondierendes Mitglied der
Akademie der Wissenschaften in München)

 
   

Teil der Chronik im Original

 
  © Pilzweger
letzte Änderung: 10.06.2005